• Sonia Garcia Moreno

Updated: Oct 15, 2020

Mal wieder hatte Heike zwei Bier zuviel getrunken und konnte und wollte den Stammtisch nicht mehr verbal bedienen. Es waren diese Gespräche über viel zu weit vergangene bessere Tage. Eigentlich verlief das immer wiederkehrende Gelager mit einer amüsanten Begegnung für Heike ab. Die Telefonnummer stand nun auf einem Bierdeckel und wollte nicht in die Gegenwart passen. Denn auch Heikes besten Tage fühlten sich trotz Begehrlichkeit nicht mehr lebendig an. Und eigentlich hätte Sex so etwas prickelndes werden können, doch der schale Geschmack des Hopfen mit Zigaretten hatte mal wieder alles verlaufen lassen. Selbst Tage später konnte Heike nichts mehr tun, außer die Nummer mit Belanglosigkeiten erkalten zu lassen. Doch es war zu spät. Das Dorf hatte die Tragödie bereits geschrieben, denn nun war die Nummer zwar nutzlos, jedoch nicht mehr Heike im Lokalkompass.



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  • Sonia Garcia Moreno

Updated: Sep 27, 2020

Gudrun hatte eine innere Fleischerei aufgebaut. Ihre Delikatesse war es alles und jeden im richtigen Moment, ihre feine Kost zur Probe zu geben. Es mag daran gelegen haben, dass sie Kriegskind und das Fleisch Mangelware in ihrer Suppe gewesen war, welche sie sowieso nur ohne wirklichen Appetit zu essen wusste. Aber dies waren nur Spekulationen der Kundschaft. An ihrer Theke wurde jedoch trotzdem immer wieder bestellt, denn es bestellte sich günstig und die Qualität variierte. Es war das Gemetzel was ihr lag, abschlachten. Wenn sie keins hatte, malte sie sich das nächste Pfundsstück mit allen Details aus. Auf frische Ware musste man lange warten, denn der Beruf hatte keine Abwechslung mehr mit ihrer Spezialität. Der Zufall wollte es, dass eines Tages Hildegard, mit selber Professur und besserer Ausbildung, sich dazu gesellte. Es kam der Fleischboom und mit ihr die Blase.



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  • Sonia Garcia Moreno

Peter machte nie Urlaub, er war ein ordentlicher Trinker. Frisch geschieden und kurz vor der Beamtenrente, wollte sich das Freiheitsgefühl nicht einstellen. Eine jüngere Freundin, die er finanziell unterstützte und heimlich seine Mietze nannte, passte emotional ebenfalls nicht in seinen Stolz. Sie hatte Probleme, war Ausländerin und hatte sich etwas rund gegessen. Erst in der Reha wurde dieser bewusst, dass eigentlich ihre einsame Mutter eine passendere Partnerin für Peter war. Sie trafen sich außerhalb der Klinik nähe eines Waldes und tranken schweigend eine kalte Cola.



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conte